20 August, 2019

Geschichte

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Die Geschichte der Gesellschaft

Im Jahr 2002 blickt die Karnevalsgesellschaft „rot-weiss“ Ückerath auf ihr 55-jähriges Bestehen zurück.

Am 07. April 1947 setzten sich einige Freunde (siehe Gründungsprotokoll) des rheinischen Humors zusammen und gründeten in der Gaststätte „Schönewald“ in Nievenheim die Karnevalsgesellschaft „rot-weiss“ Ückerath.

Am 11.11.1947 wurde noch ein interner „Bunter Abend“ veranstaltet, aber schon am 04.01.1948 feierte die Gesellschaft zum ersten Mal einen öffentlichen „Kappenball“. Bereits am 18.11.1948 bildete sich erstmals ein Elferrat und besuchte die Schwestergesellschaft „Blau-Weiß“ Löstige Jonge 1946 Nievenheim. Die Sessionen 1948 und 1949 wurden mit Kappen-, Kostüm- und Maskenbällen gefeiert. In diesen beiden Jahren leisteten die Mitglieder gewaltige Vorarbeiten für die 1. Prunksitzung. Eine Bühne wurde angeschafft und ein Damen-Tanzcorps unter der bewährten Leitung des Tanzoffiziers Heinrich Lotz ausgebildet und ausstaffiert. Am 19.10.1949 wurde durch Losentscheid der erste Prinz ermittelt und als Alfred I. proklamiert. Diesem großen Ereignis folgte am 07.01.1950, um 20:11 Uhr, die erste Prunksitzung in der voll besetzten Waldburg „Manes am Bösch“ unter Leitung des damaligen Präsidenten Hubert Krautstein. Die Veranstaltung war ein voller Erfolg und trug dazu bei, dass die Karnevalsgesellschaft „rot-weiss“ weit über die Grenzen von Ückerath bekannt wurde.

Die Vereinsführung lag in den ersten Jahren in den Händen des 1. Vorsitzenden Adolf Bellen, der sein Amt an Stefan Effertz weitergab.

Auch Sitzungspräsident Hubert Krautstein legte sein Amt in jüngere Hände; sein Nachfolger wurde Josef Schnee.

Den Initiativen von Stefan Effertz und Josef Schnee ist es zu verdanken, dass in Zusammenarbeit mit der KG „Blau-Weiß“ Löstige Jonge 1946 Nievenheim im Jahr 1952 der erste große Karnevalsumzug durch Nievenheim und Ückerath gestartet werden konnte. Der damit eingeleitete volkstümliche Karneval fand auch in den kommenden Jahren bei der Bevölkerung große Resonanz. Bei den Umzügen boten die Elferräte, Tanzcorps, Wagen und Fußgruppen ein besonders imposantes Bild. Im Jahr 1952 übernahm der damals 16-jährige Josef Püllen als neuer Tanzoffizier das Tanzcorps von „rot-weiss“ Ückerath. Er blieb es 20 Jahre! Sein Nachfolger wurde Theo Pesch, der seine Aufgabe mit viel Fleiß und Erfolg bis 1986 wahrnahm. Dem in der Session 1987/88 neu formierten Tanzcorps unter der Leitung von Marlene Daverzhofen gehörten die Tanzoffiziere Rainer Mensen, Frank Boes, Ralf Oesterwind und Thomas Wankum an; ihnen folgten bis heute Sascha Engels, Thomas Falke und Michael Daverzhofen. Seit 1992 ist Gabi Batzer die Trainerin unseres Tanzcorps. Als höchst erfreulich gab es zu berichten, dass sich mittlerweile auch ein Kinder- und ein Jugendtanzcorps gebildet haben. Sie wurden betreut und trainiert von Elisabeth Spitzenberg, Sandra Schütz, geb. König, Doris Antons und Simone Schlangen.

Die von Prinz Harry I. gestiftete Schwenkfahne wurde von den stets einsatzbereiten Mitgliedern Hans-Peter Deuster, Gerd-Theo Cremer und Hans-Dieter Bausch geschwenkt. 1978 stiftete die damalige Prinzessin Hiltrud Püllen eine neue Schwenkfahne, die von Peter Karrasch in Obhut genommen wurde. Leider ist dieser schöne Brauch heute nicht mehr aktuell.

In der Karnevalssession 1959/60 – Josef Schnee regierte zu dieser Zeit als Prinz Karneval – trat Hans Bausch das Amt des Präsidenten an.

Unter seiner Leitung erhielten die Sitzungen und Veranstaltungen eine besondere Note. Seine Fähigkeiten für dieses Amt wurden durch sinnige und humorvolle Reden und seine selbst gedichteten Verse und Lieder unter Beweis gestellt. Die Karnevalsgesellschaft „rot-weiss“ Ückerath ist ihm zu Dank verpflichtet, weil er dieses nicht gerade leichte Amt bis zu seinem plötzlichen und viel zu frühen Tod im Jahr 1988 ausübte. Aus Anlass seines 25-jährigen Präsidenten-Jubiläums erhielt Hans Bausch im Februar 1985 vom „Bund Deutscher Karneval“ den Verdienstorden in Gold. Eine besondere Würdigung seiner auf opferungs vollen Tätigkeiten wurde ihm mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am 19.11.1985 zuteil. Hans Bausch wurde nach seinem Tod zum Ehrenpräsidenten ernannt; ihm zum Gedenken wurde die „Hans-Bausch-Gedächtnisplakette“ entworfen, die jährlich an verdiente Karnevalisten des rheinisch- heimischen Brauchtums feierlich verliehen wird. Sein Sohn Hans-Dieter, der ihn seit 1980 als Vizepräsident unterstützte, wurde sein Nachfolger.

Stefan Effertz legte im Jahr 1961 sein Amt als 1. Vorsitzender nieder. Sein Nachfolger wurde Josef Rickal, der diese Funktion bis 1972 unter vollem Einsatz seiner Kräfte ausübte. In seine Fußstapfen trat Josef Püllen, der nicht nur als tatkräftiger Vorsitzender fungierte, sondern darüber hinaus als Parodist und Krätzchessänger aktiven Karneval praktizierte. Im Mai 1983 wurde Horst Klein zum 1. Vorsitzenden gewählt. Diese Funktion meisterte er mit viel Geschick und Umsicht. Außerdem hat er sich über viele Jahre als Sänger und Redner auf dem närrischen Podium bewährt.

Für die Finanzen der „rot-weissen“ war als Schatzmeister fast 20 Jahre lang Konrad Vogel zuständig, der sich mit der ihm eigenen Zuverlässigkeit dieser schwierigen Aufgabe widmete. Sein tragischer Tod im Dezember 1986 setzte seiner Tätigkeit ein jähes Ende; Nachfolger wurde Eckhard Goll, der schon einige Jahre als 2. Schatzmeister der Gesellschaft fungierte.

Als Schriftführer diente der Gesellschaft schon viele Jahre Peter Schnee, der seine vortrefflichen Fähigkeiten immer wieder unter Beweis stellte. 1991 erlebte er mit der Verleihung des Verdienstordens in Silber vom „Bund Deutscher Karneval“ einen Höhepunkt seiner Vereinszugehörigkeit.

Die Mühen und Anstrengungen aller Mitglieder haben bewirkt, dass die „rot-weissen“ über die Grenzen von Ückerath hinaus Freude und Frohsinn verbreiteten. Wiederholt traten die „Aktiven“ mit großem Erfolg auch auf Sitzungen in Straberg, Wevelinghoven und Kapellen auf.

Eine Vereinssatzung wurde im Jahr 1977 erstellt, wodurch die Gesellschaft beim Amtsgericht Neuss unter dem Namen „Karnevalsgesellschaft rot-weiss 1947 Ückerath e. V.“ einen neuen Rechtsstatus erhielt. Mitglied im „Bund Deutscher Karneval“ ist die Gesellschaft seit 1983.

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