25 März, 2019

Ab Dezember 1986 kann die Gaststätte „Manes am Bösch“ nicht mehr als Gastronomiebetrieb genutzt werden. Aus Sicht der Vereine verliert Ückerath damit sein „Herzstück“. Es muss aber alles daran gesetzt werden, dass dieser unerträgliche Zustand schnellstens beseitigt wird.

Die karnevalistischen Ereignisse müssen künftig in Eigenbewirtschaftung durchgeführt werden. Erst im Oktober 1991 ist die Renovierung der Schankwirtschaft beendet; „Manes am Bösch“ wird von der Stadt Dormagen als Bürgerhaus zur Nutzung an die Ückerather Vereine übergeben.

Die nächste dunkle Etappe erleben die Ückerather Karnevalisten in der sogenannten „Golfkriegs-Session“ 1990/91. Kontroversen im Vorstand führen nicht nur zum Ausfallen der Prunksitzungen, sondern auch zum Rücktritt der Vereinsführung.

Der Prinz der Session 1989/90, Heinz-Willi (Specko) Daverzhofen, will diesen unbefriedigenden Zustand beenden. Seinem unermüdlichen Einsatz ist es zu verdanken, dass im April 1991 ein neuer Vorstand gewählt wird. Ihm gehören als 1. Vorsitzender Heinz-Willi Daverzhofen und sein Stellvertreter Rainer Mensen an. Im Amt des 1. Kassierers wird Eckhard Goll bestätigt; der 2. Kassierer ist Hans-Jürgen Steger. Die beiden Schriftführer sind Hans-Dieter Brand und Jörg Batzer. Bei der Wahl zum 1. Präsidenten wird der in Delrath beheimatete Albert Knappmeier vorgestellt.

Nach anfänglicher Skepsis der Vereinsmitglieder kann er diese überzeugen, dass sein Herz für den Ückerather Karneval schlägt und ist von nun an „rot-weiss“-Präsident; zu seinem Vize wird Franz-Josef Müller gewählt.

Durch die offene Art, aber auch straffe Vereinsführung von Heinz-Willi Daverzhofen, gelingt es ihm sehr schnell ein neues „Wir-Gefühl“ zu vermitteln. In enger Zusammenarbeit mit dem frischen Präsidenten Albert Knappmeier und dessen Wortgewandtheit sowie seinen immer wieder tollen Ideen, z. B. jeder Sitzung ein Motto zu geben, wird erreicht, dass die „rot-weissen“ neuen Publikumszuspruch finden und auf gut besuchte Veranstaltungen stolz sein können. Ziel der Beiden ist es, den Karneval in Ückerath und Nievenheim volkstümlich zu erhalten und die Zusammenarbeit mit der Schwestergesellschaft „Blau-Weiß“ Löstige Jonge 1946 Nievenheim zum Wohl des Brauchtums zu intensivieren.

Während dieser Periode wird der Kartenvorverkauf zentralisiert und ein Prinzenwagen zur ständigen Nutzung gebaut. Hierbei steht in jeglicher Hinsicht Hermann-Josef Schlangen, als Prinz der Session 1994/95, hilfreich zur Seite. Den Ehrensenatoren wird auf Initiative von Adi Helpertz ebenfalls ein Wagen zur ständigen Mitführung im Karnevalsumzug übergeben.

Bei Neuwahlen zum Vorstand am 13. März 1995 scheiden Rainer Mensen, Hans-Dieter Brand, Franz-Josef Müller und Eckhard Goll aus ihren Ämtern. Eckhard Goll gilt der besondere Dank der Mitglieder; für seine über 20 Jahre andauernde und unbeanstandete Vorstandstätigkeit wird Eckhard Goll zum Ehrensenator ernannt.

2. Vorsitzender ist jetzt Ralf Hagenau, 2. Präsident Eddy Weiler. Jörg Batzer rückt zum 1. Schriftführer auf; neuer Stellvertreter wird Theo Pesch. Hans-Jürgen Steger erhält das Vertrauen der Mitglieder zum 1. Kassierer; Heinz-Günter Heier vertritt ihn. Heinz-Willi Daverzhofen und Albert Knappmeier werden von der Mitgliederversammlung in ihren Ämtern bestätigt. Friedhelm Spitzenberg wird zum zweiten Präsidenten gewählt.

Zur Sessions-Eröffnung im November 1995 wird Werner Karrasch nach überstandener längerer Krankheit zum Ehrenmitglied ernannt. Unermüdlich war sein jahrzehntelanger Einsatz als Hoppediz und Saalregisseur bei den Sitzungen.

Pünktlich zur Jubiläums-Session können Heinz-Willi Daverzhofen und sein „Altgeselle“ Thomas König den Mitgliedern und dem Publikum eine neue Bühnengestaltung präsentieren. Dies alles wird komplettiert durch handgefertigten rot-weißen Saalschmuck von Franz-Josef und Maria Brand. Diesem hervorragenden Einsatz gilt nicht nur der Dank des Chronisten.

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